Beginn der ZECKENZEIT

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Die Zeckenzeit 2014 hat begonnen. Mittlerweile hat sich wohl rumgesprochen wie gefährlich diese kleinen Spinnentiere für unsere Hunde (und selbstverständlich auch für uns) sein können.

Ich werde hier vermutlich nichts Neues verkünden, dennoch ein paar wichtige Grundinfos:

  • Zecken fallen NICHT von Bäumen, sie lauern am Boden in Feld, Wald und Wiese auf ihren nächsten Blutspender.
  • der „gemeine Holzbock“ (Ixodes ricinus) ist die am häufigsten vorkommende Zeckenart in Deutschland
  • die häufigste auf den Hund übertragene Krankheit ist die Borreliose  aber Zecken können auch eine Vielzahl anderer, mitunter schwer bis tödlich verlaufender Krankheiten übertragen wie bspw. Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose und auch FSME kann der Hund bekommen, wenngleich viel seltener als der Mensch.
  • knapp 1/4 der Zecken in Deutschland sind mit Borreliose infiziert, FSME ist eher regional verbreitet (Süddeutschland), viele der anderen Genannten kommen häufig im Mittelmeerraum vor. ABER: wir werden immer mobiler, viele Hunde kommen durch den Tierschutz aus dem Mittelmeerraum zu uns und es reicht schlußendlich ein einziges infiziertes Tier für eine Ansteckung aus, aktiver Zeckenschutz ist also mehr als sinnvoll.

Was tun?

Zwar kann man die meisten Erkrankungen antibiotisch behandeln, ein guter Erfolg (keine Folgeschäden) setzt allerdings eine sehr frühe Erkennung voraus. Das ist beim Menschen schon nicht immer leicht, bei den Vierbeinern noch ungleich schwerer. Daher ist PRÄVENTION das Gebot der Stunde. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Hunde vor Zeckenbefall zu schützen, die Bandbreite reicht von speziellen Halsbändern über sogenannte Spot Ons und diversen Hausmitteln bis hin zu einer Borreliose Impfung. Wie es so ist, haben all diese Dinge Vor-und Nachteile, ein kleiner Überblick zur Orientierung:

  • Halsbänder mit Wirkstoffen gegen Zecken (und evtl. andere Parasiten wie Flöhe) sind zwar nicht mehr „in“, aber im Grunde nicht schlecht. Leider entfalten die mir bekannten Produkte ihre Wirkung erst nach dem Zeckenbiss, nicht bereits davor. Zudem können (Klein)Kinder und andere Tiere mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.
  • Spot Ons gibt es mit versch. Wirkstoffen, ideal sind welche mit Repellens Effekt, hier tritt die Wirkung bereits vor dem Biss ein und verhütet diesen im Normalfall. Allerdings ist eine allergische Reaktion des Hundes möglich.
  • Haus- und Naturmittel gibt es zahlreich, ich kennen gewiss nicht alle, sehr populär sind äußerliche und innerliche Behandlungen mit Knoblauch (innerlich bitte sehr vorsichtig, Knoblauch hat eine toxische Wirkung für Hunde), Einreibungen mit Kokosöl bzw. fertige Mittel auf Basis von Kokosöl und das Anlegen von Bernsteinhalsbändern oder Anhängern. Die Wirkung dieser Mittel ist umstritten, manche Hundehalter schwören darauf, andere stellen an ihren Tieren gar keine Wirkung fest.
  • Die Borreliose Impfung ist aus meiner Sicht im Grunde mit Nachteilen behaftet. Erstens handelt es sich um einen sogenannten „unsauberen“ Impfstoff, d.h. es wird mit ganzen abgetöteten Bakterien Impfstoff hergestellt statt mit einzelnen gereinigten Komponenten. Solche Impfungen weisen generell eine schlechte Verträglichkeit auf und können starke Nebenwirkungen und Langzeitfolgen haben. Zudem schützt die Impfung dann auch nur gegen Borreliose bzw. nur gegen einzelnen Borrelienstämme (je nach Impfstoff), andere durch Zecken übertragene Krankheiten bleiben außen vor. Insoweit ist präventiver Zeckenschutz sicher sinnvoller als lediglich ein Borrelioseschutz.

Trotz aller Vorsorgemaßnahmen sollte der Hund nach jedem Spaziergang sorgfältig abgesucht werden!

Was tun wenn der Hund eine Zecke hat?

Gefundene Zecken schnellstmöglich entfernen. Im Handel werden verschiedene Artikel zur Zeckenentfernung angeboten, der Klassiker ist die Zeckenzange, es sind aber u.a. auch Zeckenkarten, Zeckenhaken und Zeckenschlingen verfügbar. Auch die gute alte Pinzette ist absolut tauglich.                                                                                                                               Die Zecke direkt an der Bissstelle packen und gerade nach oben herausziehen. Dabei sollte es vermieden werden auf die Zecke zu drücken damit nicht noch Sekret in die Wunde abgegeben wird.                                                                                                                                    Keinesfalls sollte die Zecke mit Öl, Klebstoff etc. „behandelt“ werden und auch vom „rausdrehen“ ist abzuraten, die Zecke gerät durch derartige Prozeduren nur in Stress und gibt ggf. Sekret in den Hund ab.

Haltet die Augen offen, ich wünsche allen eine zeckenfreie und gesunde warme Jahreszeit!

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Über wohlstandskoeter

Hundetrainerin, Tierarzthelferin, Hundephysiotherapeutin "Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen, ich bin nicht verrückt, die Zehnte bellt einfach nur..."
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