Ach du dicker Hund 2

Dieses Mal nehmen wir das Thema Ernährung ein wenig unter die Lupe.

Wir wissen schon von unseren Lebensmitteln, im besonderen bei Fertigprodukten, dass nicht immer das drin ist was draufsteht, und auch längst nicht alles genau draufstehen muss, was darin ist. Diverse „Lebensmittelskandale“ der vergangenen Jahre haben dies bei verschiedensten Produkten gezeigt.

Nun trifft es sich, dass viele der großen Tierfuttermittelhersteller zu den großen DSCN0740Lebensmittelkonzernen gehören. Um einige Beispiele zu nennen: „Chappi“, „Frolic“ und auch „PedigreePal“ gehören zu Mars (ja genau, die Jungs mit den Schokoriegeln), „Beneful“ zu Nestlé usw… wer mag kann selber weiterrecherchieren, da gibt es noch einige mehr denen ich hier jetzt keinen weiteren Platz gönne ;-). Jeder mag sich nun selber denken, was da wohl so drin sein mag, schön zermahlen und getrocknet- völlig unkenntlich gemacht.

Was sicher gesagt werden kann: unabhängig von der Qualität der Zutaten, ist die Zusammensetzung der meisten Trockenfutter im Handel alles andere als optimal für Hunde. Die Gründe dafür im Überblick:

Der Hund hat nach wie vor den Darm eines Fleischfressers (Carnivor), sein Darm ist wesentlich kürzer als der eines Allesfresser (Omnivor) wie beispielsweise wir Menschen aber auch Schweine und Bären (wir bringen es schnell auf 6-7m Darm). Natürlicherweise nimmt der Hund je nach Möglichkeit Fleischanteile, frisch oder Aas, Feldfrüchte, Fallobst, Gräser, Pflanzenfresserkot u.ä., zu sich. In moderner Sprache heißt das wohl „Low Carb Diet“. Nur der Hund macht das von Natur aus bzw. ist genau dafür gemacht.Die angebotenen Trockenfutter enthalten aber überwiegend Getreide. Gerne Mais (wird bei Nutztieren als Mastfutter eingesetzt, Dickmacher), Weizen, Reis… Kohlehydrate, Kohlehydrate…die lange nicht alle aufgespalten werden können (der Hund hat dafür gar nicht die Enzyme) und was nicht ausgeschieden wird, lässt sich als Speck nieder.

Diese schwere Getreidepampe liegt dem Hund im wahrsten Sinne schwer im Magen bzw. Darm, ist sehr aufwendig aufzuschließen für den Hundedarm und bleibt daher länger im Darm als frische Nahrung das tun würde. Dadurch finden auch Parasiten wie Würmer, Pilze und andere Erreger einen besseren Nährboden.

Frische Nahrung kann wesentlich besser verarbeitet werden, der Hund kann wesentlich mehr daraus ziehen. Gut erkennen kann man das meist auch an weniger Kotabsatz/kleineren Haufen. (Ggf. nach einer Umstellphase).

In frischer Nahrung befinden sich noch natürliche Vitamine und Nährstoffe, bei Fertigfuttern werden diese schlußendlich nach der Verarbeitung wieder hinzugefügt, denn während dem Verarbeitungsprozeß wird quasi alles einmal „totgekocht“.

Trockennahrung hat in der Regel einen Feuchtigkeitsanteil von unter 10%, unter anderem zum Zweck der Haltbarkeit. Frische Lebensmittel haben durchschnittlich 80% Feuchtigkeit. Die Differenz von 70% kann der Hund kaum mit saufen ausgleichen. Häufigere Erkrankungen der Nieren sind die Folge (Kristallbildung).

Trotz aller Werbung und Behauptungen, kann Trockenfutter im allgemeinen also aus verschiedensten Gründen also nicht ideal sein und maximal als eine Ergänzung dienen.

Wesentlich gesünder und auch weder besonders kompliziert noch teuer, ist eine 1412395_545770995512716_1964901213_oErnährung mit frischen Zutaten in möglichst naturbelassenem Zustand (Fleisch, Obst, Gemüse…bei Verträglichkeit auch in Maßen Nudeln, Reis, Kartoffeln u.ä.). Die Ernährung kann damit auch sehr leicht unter Kontrolle gehalten und die Zusammensetzung präzise gesteuert werden.

Schlußendlich wissen wir auch genau, dass für uns Menschen eine Ernährung mit frischen, möglichst naturbelassenen bzw. schonend zubereiteten Lebensmitteln, am gesündesten ist. Wieso sollte also ausgerechnet Produkte für Haustiere, die völlig unkenntlich gemacht wurden, besser sein als frische Nahrungsmittel? Und man darf getrost davon ausgehen, dass die Ernährung entscheidend Einfluß auf die Gesundheit und Fitness hat. Immerhin ist sie der treibstoff des Körpers.Darüber dürfen wir alle schon einmal nachdenken.

Im Folgenden noch ein paar Literaturtipps und interessante Websiten zum Thema:

– „Katzen würden Mäuse kaufen – Schwarzbuch Tierfutter“, Hans-Ulrich Grimm,        ISBN: 978-3453600973

– „BARF, biologisch artgerechtes rohes Futter“, Swanie Simon, ISBN: 978-3939522003

– „Natural Dog Food“, Susanne Reinerth, ISBN: 978-3833430633

– „Give your dog a bone“, Dr. Ian Billinghurst (nur in englisch verfügbar!)

Hier könnt ihr mal nachsehen, was so alles in Eurem Hundefutter drin ist:

http://www.futtermittellexikon.de/

http://www.hund-und-futter.de/

Advertisements

Über wohlstandskoeter

Hundetrainerin, Tierarzthelferin, Hundephysiotherapeutin "Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen, ich bin nicht verrückt, die Zehnte bellt einfach nur..."
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Gesundheit und Ernährung, mit Hunden leben abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Ach du dicker Hund 2

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s