Ach du dicker Hund

Das Thema Übergewicht ist nicht nur bei uns Menschen zum Problem geworden, es hat längst auch die Hundewelt erreicht. Unsere Hunde werden immer dicker.

Die Gründe dafür sind im Grunde dieselben die uns Menschen immer dicker werden lassen: Bequemlichkeit, zu wenig Bewegung und zu viel und qualitativ zu minderwertige Nahrung.

Auf die qualitative Nahrung werde ich im nächsten Blogthema eingehen, heute und an dieser Stelle geht es mir vor allem um die Bewegung, die körperliche Auslastung die leider viel zu selten zur Sprache kommt.In unserer schnelllebigen Zeit, in einer Gesellschaft in der Leistung immer mehr zählt und immer Zeit einnimmt, wird ausreichend Bewegung zum Luxus. Dabei ist Bewegung für unsere Gesundheit und die unserer Tiere von enormer Bedeutung. Und ich meine keine Bewegung in Fitnesstempeln an Geräten oder auf dem Agilityparcours sondern natürliche Bewegung, zügiges Ausschreiten draussen an der frischen Luft, wie es unserer Natur (und auch der unserer Hunde) entspricht. Gemeinsam sind wir so durch die Jahrtausende marschiert…ohne Fitnessgeräte, ohne Pulsmesser und Firlefanz. Sicher, wir mussten uns allein zur Nahrungsbeschaffung entsprechend bewegen doch es steht außer Frage, dass wir zum rumsitzen nicht gemacht sind und unsere Hunde noch viel weniger.

Dabei geht es nicht darum täglich einen stundenlangen Marathon zu absolvieren, aber eineineinhalb bis zwei Stunden täglich und am Stück (4x ein halbes Stündchen um den Block zählen nicht, da sind die Muskeln gerade eben warm und fangen an zu arbeiten) sollten schon drin sein. Und wenn wir ehrlich sind haben wir diese Zeit auch, wir verbringen sie nur zu oft viel lieber auf dem Sofa vor dem Fernseher, im Internet, mit einem guten Buch, in der Badewanne, vor dem Spiegel, beim Shopping oder im Fitnesstempel…ganz besonders wenn das Wetter alles andere als einladend ist.

Zum Ausgleich und zur Auslastung vom Hund, wird dann Kopfarbeit angeboten, seien es kleine Tricks, Suchspiele oder Ähnliches. Vieles davon ist im Haus, Garten oder auf einem kleinen Gassigang möglich. Nun ist es wirklich eine sehr sehr gute Entwicklung, dass Hunde immer öfter auch geistig gefordert werden und nicht nur als Befehlsempfänger oder Konkurrenten um die Macht gesehen werden. Die Kopfarbeit ist also eine erstrebenswerte Förderung des Hundes. Nur eines kann sie eben nicht: körperliche Bewegung und Fitness ausgleichen!
Allein die Idee ist völlig absurd. Im Umkehrschluß würde es bedeuten, wenn man seinen Körper nur genug schindet, ist der Geist auch entsprechend gefordert und ausgelastet. Und wer eine geistig anspruchsvolle Tätigkeit ausführt die wenig Bewegung erfordert bleibt dennoch fit und schlank. Das funktioniert aber nicht. Denn es ist beides wichtig, ergänzt und bedingt sich auch teilweise. So abgedroschen es auch klingen mag, die alten Römer hatten schon recht: mens sana in corpore sano (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper). Das Eine ist mit dem Anderen nicht zu ersetzen, sondern nur zu ergänzen.

In diesem Sinne: ab in die Winterstiefel, die dicke Jacke, Handschuh, Mütze , Schal und raus an die frische Luft!

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Über wohlstandskoeter

Hundetrainerin, Tierarzthelferin, Hundephysiotherapeutin "Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen, ich bin nicht verrückt, die Zehnte bellt einfach nur..."
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5 Antworten zu Ach du dicker Hund

  1. kareki schreibt:

    Ich bin ehrlich. Ich liebe die kalte Jahreszeit und da laufe ich mit meinen Shiba-Burschen gerne mindestens zwei Stunden am Stück, bin dennoch kein Strich in der Landschaft – obwohl ich durchaus ein bewegungsfreudiger Mensch bin. Meine Buben sind aber rank und schlank, obwohl einer als Moppel zu mir kam. Und meine bisherigen Pflegehunde waren alle dick. Alle. Ich habe kaum was an der Menge der Nahrung geändert (wohl aber an der Qualität, Frolic kommt bei mir nicht in den Napf!), aber an der Bewegung wurde geschraubt. Und wie aktiv und schlank sie wurden. Und mein Akuma ist auch richtig muskulös geworden:


    –>

    (An der Hinterhand sieht man es gut, das doppelte Fellkleid trägt ja so oder so schon auf)

    Hier ein Pflegling:

    –>

    Mal abgesehen von der Figur… alleine das Verhaltend er Hund wird positiv beeinflusst 🙂

    Ich finde bei Menschen aber vermessen zu sagen, dass ein schlanker Körper automatisch ein gesunder ist. Das ist ein bisschen kurzfristig und einseitig.

  2. wohlstandskoeter schreibt:

    Recht hast Du! Ich meinte auch keinesfalls, dass jeder der schlank ist, gesünder ist. Auch überdurchschnittliche Schlankheit kann mit Erkrankungen, Stress u.ä. zusammenhängen.
    Was ich vor allem sagen will: ausreichend Bewegung macht auf jeden Fall fitter und gesünder…wenn auch nicht unbedingt gleich gertenschlank 😉

    • kareki schreibt:

      Mein letzter Pflegeshiba hatte eine sehr eigentümliche Figur. Er war anfänglich wirklich einfach nur dick, aber als er dann Gewicht verlor, war er „kastig“ und wirkte dadurch stämmiger als er tatsächlich war.

  3. wohlstandskoeter schreibt:

    PS: passend habe ich heute den zweiten Teil von „Ach du dicker Hund“ veröffentlicht, der sich mit der Ernährung befasst 😉

  4. kareki schreibt:

    Ich verstehe dein Anliegen auf alle Fälle. Und gebe dir Recht! Im Winter und bei schlechtem Wetter sind die Wiesen sehr vereinsamt. Und im Sommer sehe ich Hunde, die kenne ich aus dem Winter gar nicht. Ich kanns mir bei meinen agilen Jungs auch gar nicht leisten, nur eine halbe Stunde rauszugehen, bei mir ist es eher… das Rausgehen manchmal selbst, wozu ich keine Lust hätte, wenn ich dann mal draußen bin, vergeht die Zeit wie im Fluge und ich fühle mich sehr gut dabei.
    Außerdem finde ich es wunderbar, wie die Jungs rennen und toben, und ich bin ehrlich,ich packe die geistige Auslastung zumeist in den Spaziergang – das kommt ihnen als ursprüngliche Rasse auch entgegen, meine ich. Zuhause sind meine extreme Schlafmützen und bei Akuma finde ich das besonders gut, weil er sonst zu dauergestessten Nervenbündel werden würde.
    Auch mein jetziger Pflegling, der Malamute, ist vom Zappelphillip zum Faullenzer in der Wohnung mutiert. Draußen gibt er mittlerweile richtig Gas und freut sich auf seine Bewegung.

    Ich bin ja kein BARFer und werde es aus verschiedensten Gründen niemals sein, weil mich das Konzept nicht gänzlich überzeugt, aber ich bin durchaus ein „Allesfütterer“ und meine Hunde kennen und lieben Frisches (und auch Knochen). Ich koche auch für sie, backe, aber genauso gibt es (hochwertiges) Fertigfutter, oder sogar mal Tischreste – das hat keine Faulheitsgründe, sondern es sind meine Vorbehalte zum BARF.
    Da ich zu 90% selbst und frisch koche (und das ist keine Platitüde), habe ich da kein schlechtes Gewissen. Nur Dosenfutter, das gebe ich gar nicht, egal wie gut. Keine Ahnung, dagegen habe ich einfach etwas, ganz ohne besonderen Grund.

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